Was ist Bioenergie?

Bioenergie ist photosynthetisch gespeicherte Sonnenenergie. Die Pflanzen produzieren bei der Photosynthese die unterschiedlichen Substrate Kohlenhydrate, Öle, Lignin und Cellulose. Diese Substrate unterscheiden sich in ihrem Energiegehalt und in ihrer chemischen Zusammensetzung, aber haben alle gemein, dass sie ein Produkt der Biomasseproduktion sind.

Diese Energieträger in Form von Biomasse begegnen uns in vielfältigster Art und Weise in unserem alltäglichen Leben im Wald, in der Küche, im Garten und am Straßenrand. Die regionalen Bioenergiepotenziale können über die Abfallwirtschaft, über die Forstwirtschaft und über die Straßenmeistereien mobilisiert werden. Das Holz dient dabei als Festbrennstoff oder die Küchenabfälle können als Biogassubstrat genutzt werden. Straßen-begleitgrün kann sowohl als grasartiges Biogassubstrat oder als holzartiger Festbrennstoff genutzt werden.  

Generell lässt sich zusammenfassen, dass sich Substrate mit einem hohen Energiegehalt und einem niedrigen Wassergehalt wie z.B. Stroh oder Holz für die direkte Verbrennung eignen. Die Biomasse-Substrate mit einem hohen Wassergehalt und einer niedrigen Energiedichte eignen sich für Verbrennungsverfahren nur bei einer vorgeschalteten Trocknung oder einer Konversion unter Gewinnung eines separierbaren Energieträgers. Konversionstechnologien wie die Nass- und Trockenfermentation eignen sich bei Biomasse mit einem hohen Wassergehalt besonders, um einen Übergangsenergieträger, das Biogas, zu gewinnen. Die Küchenabfälle mit einem hohen Wassergehalt, die z.B. bei der Zubereitung von Speisen anfallen, stellen deswegen ein hervorragendes Biogassubstrat dar. So werden bei der energetischen Verwertung des Bioabfalls wertvolle Öl-Äquivalente als regionale Potenziale gehoben.

Abfallverwertungszentrum

Die Waldbestände in der Region stellen den zweiten wichtigen Pfeiler der Versorgung mit Bioenergie dar. Holz ist eine der ältesten Energieträger und zählte lange zu den wichtigsten Brennstoffen. Da die Vorräte an fossilen Brennstoffen begrenzt sind und die Preise für diese immer mehr steigen, ist der Brennstoff Holz wieder auf der Überholspur. Holz bringt viele Vorteile mit sich, sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Es zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen und wird regional produziert. Weiterhin trägt die Holznutzung zum Erhalt der Kulturlandschaft bei und ist ein CO2-neutraler Energieträger, der zum Klimaschutz beiträgt. Ein beachtliches Biomassepotenzial ist in den Wäldern des Landkreises Cochem-Zell vorhanden. Insbesondere im Privatwaldbereich (18% der Gesamtwaldfläche) können noch nennenswerte Reserven an energetisch- und stofflich verwertbarem Holz bereitgestellt werden.